Virtual Reality Konzept: HEAR

Ja zum Hörgerät für ein besseres Lebensgefühl - VR hilft

Virtual Reality Konzept HEAR 1

Virtual Reality Anwendungen werden derzeit meist im Bereich Marketing eingesetzt. Auf Messen oder bei Events zum Launch eines Produktes kann damit gut Aufmerksamkeit erreicht werden. Die VR bietet aber noch viel mehr Möglichkeiten – auch in Bereichen, die einem nicht gleich in den Sinn kommen. Wenn man sich zu einem Brainstorming zusammen setzt, kommen fast immer sehr gute Ideen heraus. So auch das folgende Konzept „HEAR“.

Ein Unternehmer erzählte uns von der Problematik, dass viele, insbesondere ältere Menschen ein Hörgerät brauchen, aber genau das, was sie selbst als Schwäche empfinden, nicht zugeben wollen. Dabei stellen Familie und Freunde fest, dass sich die betroffene Person immer mehr zurück zieht, weil ja ein ständiges „Wie bitte?“ ja besagte Einschränkung ja nur wieder offen legen würde. Das führt zu weniger Freude am Leben, zum Verlust sozialer Kontakte und zu schwindender Lebensfreude – alles für den falschen Stolz.

HEAR soll hier helfen klar zu machen, was man alles eben nicht missen muss. Um das zu erklären, stricken wir nun eine kleine Geschichte:

Die erwachsene Tochter eines 73 jährigen Mannes weiß nicht mehr weiter. Obwohl das Gehör ihres Vaters offensichtlich in den letzten Jahren stark nachgelassen hat, weigert er sich auch nur über die Anschaffung eines Hörgeräts nachzudenken. Nun ist sie durch die Werbung im Schaufensters eines Fachgeschäfts für Hörgeräte auf HEAR aufmerksam geworden. Ihr Vater ist stolz darauf, dass er sich weiterhin für moderne Technik interessiert. Auch sein Tablet hat er gut im Griff. Natürlich hat er auch schon von der Virtual Reality gehört. Das klingt mehr als interessant, aber man kann es ja zu Hause nicht erleben. Diese Neugierde nutzt die Tochter, um dem Mann den Besuch im Fachgeschäft schmackhaft zu machen – einfach mal hingehen, in den Laden, um diese virtuelle Realität mal zu erleben. Der Vater erklärt sich bereit.

Sie kommen in das Geschäft und ein netter, junger Mann kommt schnell zum Thema und zeigt stolz die VR-Brille. „Das ist schon ne tolle Sache“, sagt er und erläutert kurz, was der Vater gleich erleben wird: „Wenn sie die Brille gleich aufsetzen, sind sie direkt am Strand. Sie sehen auch unten eine Bedienoberfläche, aber die kann ihnen egal sein, das übernehme ich. Damit passe ich HEAR an ihre Hörfähigkeit an und simuliere dann ein Hörgerät. Ja, ich weiß, sie wollen keins, aber damit sie die Virtual Reality erleben können, passt das schon, oder?“. Der Mann grummelt ein wenig, aber die Neugier ist größer.

Er setzt die Brille auf und ist am Strand. Eine 360  Grad Film schafft die fotorealistische Umgebung.

„Schauen sie sich mal um“, sagt der Mitarbeiter.

Virtual Reality Konzept HEAR 1

Der Mann schaut sich um und ist sichtlich beeindruckt.

„Na, hören sie die spielenden Kinder, die Wellen und die Möwen?“

„Kinder ja, ganz leise. Aber welche Möwen? Ich mag eh das Land eher als das Meer.“

„Hmmm. Dann wechseln wir doch mal den Ort. Ich drehe einen Schalter und sie stehen auf einer wunderbaren Wiese“.

Virtual Reality Konzept HEAR

„Oh, das ist ja schön.“

„Hören Sie etwas?“

„Nein, nichts. Sollte ich? Ist da was?“

„Schon. Drehen Sie den Kopf mal nach links.“

Virtual Reality Konzept HEAR

Der Mann dreht den Kopf nach links und entdeckt einen kleinen Vogel.“Ach, schau an. Ja, jetzt höre ich es. Der piepst ganz leise.“

„Leise? Warten sie mal. Ich lege jetzt einen Schalter um und dann hören sie den Vogel mit 100%, so, wie sie ihn zum Beispiel im Alter von 30 Jahren gehört hätten.“

„Oh, das ist heftig. Das ist ja richtig laut! Könnte aber auch nerven nach ’ner Zeit“

„Dann gehen wir mal in einen Wald“.

Virtual Reality Konzept HEAR

„Das ist schon beeindruckend. Es ist wirklich, als wäre man da. Und ich höre auch was. Da knackt doch ein Zweig. Warten sie.“

Der Mann dreht den Kopf in die Richtung, aus der er das Geräusch gehört hat.

Virtual Reality Konzept HEAR

„Da sitzt ein Fuchs. Den hab ich aber schnell entdeckt, was?“

„Ja, haben sie. Weil die Hörgeräte-Simulation noch eingeschaltet ist. Ich schalte sie mal wieder ab und dann geht’s ins Theater“.

Virtual Reality Konzept HEAR

„Ist das ein Konzert? Ich hör die Musik ein bisschen. Aber da sind ja auch Schauspieler. Ne, ich versteh kein Wort. Theater, Oper, ne, muss auch nicht sein.“

„Ehrlich? Das gesamte kulturelle Leben, dass sie verpassen? Naja, ist ihre Sache. Einen hab ich noch. Gehen wir mal in die Kneipe. Haben Sie einen Stammtisch oder sowas?“

„Nicht mehr. Da geh ich nicht mehr hin. Hat mich irgendwann einfach gelangweilt.“

Virtual Reality Konzept HEAR

 

„Das macht keinen Spaß. Ich verstehe weiterhin kein Wort.“

„Ja, ist irgendwie blöd. Schließlich geht man ja zum Plaudern in die Kneipe. Wenn man nichts versteht, tja, dann wäre es mir da auch langweilig. Ich schalte mal wieder ein“.

„Ja, jetzt verstehe ich was. Die junge Frau erzählt gerade von ihrem Urlaub auf Malta und wie günstig dies war und jenes. Darum geht es doch nicht um Urlaub, ums Sparen. Man muss das Leben doch genießen. Aber die ganz hinten, die verstehe ich trotzdem nicht.“

„Müssen sie ja auch nicht. Sie müssen ja kein Superhelden-Gehör haben. Aber mit den Leuten reden können, das muss schon sein. Ist das nicht das absolute Minimum in Sachen Leben genießen?“

„Jetzt kommen sie mir ja doch so. Aber sie haben ja Recht.“

„So ein Hörgerät ist übrigens inzwischen ein technisches Meisterwerk. Im Grunde unsichtbar und sie können zum Beispiel Musik von ihrem Handy darüber hören. Dann wird es sozusagen zum Kopfhörer, nur wesentlich unauffälliger wie die Dinger der ganzen jungen Leute.“

„Wissen sie was? Ich denke mal darüber nach. Versprochen.“

Nur zwei Tage später ist der Mann wieder im Laden – dieses Mal ohne Tochter – und bestellt sein Hörgerät, ein ziemlich cooles Ding.

Das war das Konzept HEAR von Intervideo. Und bald stellen wir hier im Block die nächste, interessante Idee vor!

Eine Geschichte, die bewegt und natürlich auch Kunden bewegt. Was ist das Element, das dein Herz berührt und gewinnt. Was ist es? Alle wollen es wissen.

Überlegen wir mal, was es sein könnte:

1) die Idee?
2) die Struktur?
3) das Universum und die Zeit?

Die Antwort: nichts davon. Dabei ist es gar kein Geheimnis. Es ist offensichtlich und tanzt uns auf der Nase herum – oder rennt oder lacht oder weint. Noch ein Hinweis? Wer agiert und interagiert denn in den Geschichten? Ja, genau, es ist der Charakter.

Es begann schon vor 4.000 Jahren mit Gilgamesch und es hat bis heute Bestand: Der Charakter ist das entscheidende Element für Emotionen und Dramen. Der Charakter ist so wichtig, denn er ist die treibende Kraft für die Geschichte. Wer der Charakter ist, wie er aussieht, wie alt er ist, welchen Beruf er ausübt – alles egal. Die entscheidende Frage ist allein, welche Psyche in ihm steckt und wie er dahingehend handelt oder eben nicht.

Jeder Charakter zeigt ein emotionales Ebenenfeld, das zusammenhängend und logisch aufeinander aufbauend sein sollte. Ein komplexer und einnehmender Charakter hat seine Eigenschaften, zeigt aber auch Veränderung, wird von der Umwelt beeinflusst, lernt daraus, was wiederum Auswirkungen auf sein Umfeld hat.

Doch welche Kraft treibt den Charakter an? Er hat ein Ziel, er hat einen Standpunkt. Diese Basis definiert, wie er Dinge sieht, angeht und reagiert – auf Konflikte oder Herausforderungen. Und durch jede dieser Reaktionen wird seine Philosophie offenbart.

Doch wie wenden wir all diese Parameter auf unsere Charaktere an, wenn wir zum Beispiel ein Drehbuch für einen Werbefilm entwickeln?

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In diesem Artikel finden Sie die Fallstudie einer Produktion für die SCHOTT AG. Kein großer Imagefilm, sondern ein kurzer Clip für Landingpage und soziale Medien. Der zentrale Charakter hier ist ein Material: Glas! Nun müssen wir denken wie Glas wohl denken würde. Welche Art von Konflikten und Herausforderungen könnte Glas haben? Welche Ängste hat es? Was ist das Schlimmste, was ihm passieren könnte? Denn tatsächlich geht es um intelligentes Glas. Und dann dachten wir: Wer ist wohl der schlimmste Feind von unserem Glas? Wie wäre es denn mit einem unschuldigen, aber völlig unvorhersehbaren, kleinen, süßen, aber auch schelmischen Mädchen? Ja, das ist doch irgendwie fies. Perfekt! Denn wie sagte der bekannte Drehbuchautor John Turby in etwa: Erschaffen Sie einen Gegner, der außergewöhnlich gut darin ist, die größte Schwäche Ihres Helden zu erkennen und anzugreifen!

In unserem Fall meistert das Glas den „Angriff“ des Mädchens durch seine Intelligenz. Und ist es nicht ironisch, dass es dabei noch verblüfft, indem es letztendlich so funktioniert, wie es sich das Mädchen gedacht hat, aber niemand sonst?

Es ist ein Tag nach dem Dreh und sieben Uhr morgens. Der Wecker klingelt. Aufstehen ist angesagt. Geht nicht. Muskelkater in den Beinen. Blase am Fuß. Ich muss aber ja. Zwinge mich dann doch. Verdammt, tut das weh! Dann ins Bad, duschen, anziehen, Kaffee, Schuhe. Was ist mit den Schuhen? Verstaubt, Sohle an einer Stelle durch und löst sich am anderen Schuh komplett. Was war passiert? Ganz einfach: Wieder ein 360-Grad Dreh und dieses Mal inmitten der Steppe Sibiriens. Naja, nicht ganz, aber der Steinbruch in Mainz-Laubenheim kommt dem sicher sehr nahe. Also springen wir jetzt einen Tag zurück:

Es ist 6:00 Uhr morgens am Vortag. Ich stehe in der Kaffeeküche im Büro des Intervideo Hauptsitzes in Mainz und koche, was man in Kaffeeküchen so kocht: Kaffee. Die Kanne, die meine Kollegin mir hingestellt hat, fasst gefühlte zehn Liter. Die Maschine tut ihr Bestes, aber es wird knapp. Um 6:30 Uhr muss ich am Steinbruch in Mainz-Laubenheim sein. Geschafft. Die heutige Filmcrew trifft sich am Tor: Ein Mitarbeiter des Kunden, ein Komparse, der Regisseur und Kameramann, der Kamera-Assistent, der Projektleiter und der Setrunner – an diesem Tag bin ich das. Das mache ich nun zum zweiten Mal. Ich berichtete darüber im Blogbeitrag „Live vom 360-Grad-Dreh„. Das war damals alles andere als ein Spaziergang und so schrieb ich, dass ein Setrunner insbesondere bei einem 360°-Film tatsächlich rennen muss. Heute weiß ich: Es gibt noch eine erhebliche Steigerung von „rennen“.

Um was geht es bei diesem Dreh? Intersport möchte über seine Fachhändler potentiellen Kunden eindrucksvoll die neue Zeltkollektion präsentieren. Die Ladengeschäfte dieser Fachhändler, sprich Sportgeschäfte, befinden sich jedoch meist in Innenstädten und niemand hat den Platz mal eben an die 20 Zelte aufzustellen. Nachdem Intervideo Intersport einige Lösungsvorschläge gemacht hatte (siehe auch „Virtual Reality: Produktpräsentation am POS„), entschied sich der Kunde für die Realfilm-Variante, also den Dreh in 360 Grad.

Intervideo 360 Grad Steinbruch 1

Auf dem Weg zum geheimen See

Der Tag verspricht toll zu werden. Ende September gibt’s ja nun mal keine Garantie auf Sonne mehr. Die Vorhersage ist immerhin gut. Noch ist es aber ganz schön kalt. Wir warten eingepackt in dicke Jacken auf unseren Ansprechpartner am Steinbruch. Der kommt auch bald; ein sehr, sehr netter Mann, der seinen Job offensichtlich liebt. Er erklärt uns ein paar Sachen und übergibt uns den Geländewagen, den wir an diesem Tag nutzen dürfen. Zum genauen Drehort innerhalb des weiträumigen Geländes fährt er mit seinem „Defender“ voran und wir hinterher. Der Steinbruch ist nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Und sieht man das Areal von außen, fragt man sich auch eher, warum denn jemand den Wunsch haben sollte da rein zu gehen. Es ist ein typisches Industriegelände mit viel Beton. Aber dann fahren wir unter einer Brücke hindurch und plötzlich ist alles grün. Magie! Kalkstein wurde hier abgebaut und die Natur hat sich der Hügel und Krater in kürzester Zeit wieder bemächtigt. Mit dem Geländewagen über die steinigen Pfade durchs Unbekannte, das fühlt sich an wie ein Ausflug durch den Jurassic Park und man erwartet, dass jeden Moment der berüchtigte T-Rex aus dem Dickicht auftaucht. Der kommt zwar nicht, aber nach einer längeren Fahrt bergab kommen wir zu unserem Ziel: Ein See mit glasklarem Wasser. Es ist so schön hier, dass man sich selbst ein Zelt schnappen will, um hier nun erst mal eine Woche Urlaub zu machen…oder zwei. Unfassbar, das hat hier niemand erwartet! Schön zu sehen, wie erstaunt die anderen Crew-Mitglieder waren. Ich hatte das Erlebnis schon einmal bei der Besichtigung, bin aber auch nun wieder beeindruckt.

Intervideo 360 Grad Dreh Steinbruch

Morgenlicht am See

An einem anderen Drehort werden in dieser Woche Familienzelte gedreht. Da passte ein Campingplatz besser und wir fanden auch einen sehr schönen mit einer saftig grünen Wiese. Das war nach den Monaten ohne Regen in Deutschland gar nicht so einfach. Hätten wir nach braunen Wiesen gesucht, kein Thema. Grün? Schwer. Im Steinbruch aber sind heute die Zelte für den echten Outdoor-Freak dran. Wir brauchen schließlich echte Wildnis, um das 2-Mann-Zelt zu präsentieren, das Zelt für die Hartgesottenen, die sich fernab der Zivilisation bei Wind und Wetter ins Abenteuer stürzen. Dafür ist der Steinbruch perfekt.

Intersport 360 Grad Steinbruch 4

Unser Darsteller in Position

Schnell ist das erste der drei Zelte aufgebaut, die heute gedreht werden. Auch unser Darsteller ist begeistert von der Umgebung. Da gibt es wahrschlich schlimmere Jobs. Und ich mache heute die Klappe. Cool! Dachte ich zumindest. Denn da gibt es eine besondere Eigenart bei einem 360°-Dreh: Diese Kamera schaut halt mal in alle Richtungen. Von der gesamten Crew darf also niemand zu sehen sein. Ist ja auch kein Problem. Gemütlich schlendern bei jeder Szene alle hinter ein paar Büsche oder Felsen und der Regisseur verfolgt das, was die Kamera sieht, mit seinem iPad. Aber was ist mit dem, der die Klappe macht? Der muss das Ding nämlich genau vor die Linse halten. Dann macht es „klack“ und es wird gerannt wie nichts Gutes. Im Steinbruch ist da aber keine große Eiche mit dickem Stamm fünf Meter weiter, hinter die ich mich stellen kann. 20, 30 Meter oder mehr müssen zurück gelegt werden auf diesem steinigem Boden. Und niemand will nach der Klappe eine Minute warten, bis es los geht, also wird gerannt. Immer und immer wieder. Denn bei jedem Zelt wird die Kamera an 4 oder 5 Positionen gestellt und pro Position sind drei Klappen die Regel.

Intersport 360 Grad Video Steinbruch 5

Der potentielle Zeltkäufer will später natürlich auch das Innere sehen

Die ersten Mal keucht man ein wenig, aber steckt das noch weg. Nach sechs, sieben Stunden Dreh spart man sich die Kraft fürs Keuchen lieber auf. Ich kann zuschauen, wie sich die Nähte meiner Schuhe lösen und wie auch langsam der Leim, der die Sohle hält, aufgibt. Immer wieder knicke ich um auf einem Kiesel, einem Ast, in einer Spurrinne. Das Gelände wird mit einem anderen Zelt ja nicht besser. Im Gegenteil. Beim Dreh inmitten hoher Gräser wird der Weg noch weiter. Was war das eben für eine giftgrüne Spinne? Ist das bei der anderen ein Totenkopf auf dem haarigen Körper? Und ist sie jetzt in meinem Mund, was hab‘ ich da eben verschluckt? Wahrscheinlich sieht es auch noch furchtbar albern aus, wie ich da ständig über das Gelände hopse. He, ich hab vor drei Jahren aufgehört zu rauchen. Das war schon ne Leistung. Dann nimmt man halt mal ein wenig zu! Aber klar, Spaß gemacht hat es trotzdem. Der Mitarbeiter von Intersport war supernett, die Crew war super, es lief alles glatt. Nach einem ersten Blick auf das Material kann man schon voraussagen, dass das Projekt mit einem tollen Ergebnis aufwarten wird.

Intervideo Filmproduktion Steinbruch

Wo ist der Löwe? Erst Steppen-Look, jetzt Kenia-Anmutung

Jetzt geht es damit aber erst einmal in die Post-Produktion zum Stitching. Dabei werden die verschiedenen Ausschnitte, die jede einzelne Linse der 360-Grad Kamera aufgenommen hat, zu einem Ganzen zusammengefügt – ohne sichtbare Nähte, das ist die Kunst dabei. Später werden in den Film sogenannte Hotspots eingefügt. Der Interessent kann sich so besondere Details der Zelte anschauen oder weitere Informationen erhalten. Es wird noch ein wenig dauern. Aber wenn Ihr dann mal ein Zelt kaufen wollt, schaut doch mal bei Intersport vorbei und erlebt die Kollektion in 360 Grad! Ich hoffe dennoch, dass wir niemals in der Sahara drehen werden. „Also, nach der Kappe…siehst Du da hinten am Horizont die Oase? Renn!“

Wer schon einmal die „grüne Hölle“, wie das virtuelle Nachrichtenstudio des ZDF auf dem Mainzer Lerchenberg liebevoll genannt wird, besichtigt hat, kann vielleicht nachvollziehen, warum der Greenscreen unter Darstellern und Moderatoren keinen guten Ruf hat. Er wirkt kalt, unnahbar und verlangt einem Einiges ab.

Aber fangen wir vorne an. Schon seit 1933, als man für den Film King Kong zum ersten Mal mit einer frühen Form der Greenscreen-Technik experimentierte, wissen es Filmmacher zu schätzen, wenn man etwas Freiraum in der Gestaltung der Bilder hat. Ersetzte man bei King Kong noch den Schwarzteil des Bildes um für damalige Zeiten revolutionäre visuelle Täuschungen zu erzielen, greift man heute meist auf leuchtend grüne Hintergründe zu, um diese später ausstanzen, wie es in der Filmsprache heißt. Grün deshalb, da in der menschlichen Haut dieser Farbton nicht zu finden ist und man damit nicht aus Versehen einen Teil des Darstellers aus dem Bild entfernt.

Technisch gesehen bedeutet das, dass man bei der auf Farben basierenden Freistellung des Bildes – im Fachjargon „Chroma Keying“ – in der Nachbearbeitung die Darsteller oder auch einzelne Gegenstände vor andere Hintergründe setzen kann. Alle Hintergründe, Requisiten und ähnliches, die beim Dreh in der grünen Schlüsselfarbe aufgezeichnet wurden, werden transparent.

So wird aus einem tristen Filmstudio ohne Fenster ein umwerfendes Bergpanorama, der Stuhl mitsamt Darsteller, der eben noch an einem Seil in Studiomitte baumelte, hängt im Film auf einmal auf dem New Yorker Timesquare oder die im Studio gefilmte Kampszene wird an die eindrucksvollsten und gefährlichsten Orte dieser Welt versetzt – ohne jede Angst, das Wetter könne nicht mitspielen oder ein wütender Mob könne einen durch die Stadt jagen wollen.

Aber auch computergenerierte Landschaften oder gleich ganze Städte sind als alternative Szenerie möglich, so wie bei unserem Dreh für Siemens im besagten ZDF-Studio. Hier fand sich unsere Darstellerin in einer 100m² großen, aber fast leeren Greenbox wieder und durfte die Stromversorgung verschiedener Gebiete und Landschaftstypen kommentieren. Windräder, Hafenanalagen und ähnliches geben dem Zuschauer einen Einblick über das Leistungsportfolio von Siemens. Unsere Darstellerin allerdings sah davon bei der Aufzeichnung nichts. Es gab nur die Kamera, ein großes Filmteam und riesige grüne Flächen und damit die Herausforderung Kraft ihrer Vorstellung mit allen virtuellen Elementen richtig zu interagieren. Der größte Teil der Arbeit folgt dann in der Postproduktion, wo alles Grüne durch eine fotorealistische Umgebung ersetzt werden muss und die virtuelle Stadt Ihre Form annimmt. Damit sich die Modelle dann auch realistisch zur Kamerabewegung verhalten, installierten wir im Studio zahlreiche Marker und ein zusätzliches Tracking-System.

30 Millionen Euro ließ sich das ZDF das Studio kosten und lässt die Nachrichtensprecher und Moderatoren etwas einsam dastehen, denn auch für diese sind die Inhalte nur über ein Monitorsystem sichtbar. Dort also wo „heute“ oder auch das „heute journal“ aufgezeichnet werden, gibt es nur einen großen Tisch, alles andere ist einfach nur grün.
Der Spitzname „grüne Hölle“ kommt also nicht von ungefähr. Aber auch Hollywood-Darsteller tun sich bisweilen schwer mit der reinen Green-Screen-Umgebung. So z.B. auch Sir Ian Murray McKellen der mehrfach als bester Nebendarsteller für seine Rolle als Gandalf in Der Herr der Ringe für den Oscar nominiert war. In einem Interview mit Contact Music berichtete er von Dreharbeiten zum ersten Hobbit-Film von Peter Jackson, bei denen Greenscreen-Aufnahmen einen so wichtigen Teil einnahmen, dass er bei einem Greenscreen-Dreh anfing zu weinen. Hintergrund waren Aufnahmen mit ihm und den 13 Zwergen. Um die Größenverhältnisse zwischen dem großen Gandalf und den kleinen Zwergen korrekt abzubilden, mussten die Darsteller getrennt voneinander vor einem Greenscreen aufgezeichnet werden: „All I had for company was 13 photographs of the dwarves on top of stands with little lights – whoever’s talking flashes up. Pretending you’re with 13 other people when you’re on your own, it stretches your technical ability to the absolute limits“ („Alles, was ich an Gesellschaft hatte, waren 13 Fotos von Zwergen auf Ständern mit kleinen Lichtern – wer gerade spricht, blinkt auf. Wenn du so tust, als wärst du mit 13 anderen Leuten zusammen, wenn du eigentlich alleine bist, bringt das Deine Fähigkeiten bis an die absoluten Grenzen“).

Der kleine Hobbit

The Hobbit – © 2018 Warner Bros. Entertainment Inc.

Eine gute Nachricht für alle Greenscreen geschädigten Darsteller gibt es allerdings doch. Google arbeitet intensiv an einer Lösung auf Basis von künstlicher Intelligenz, die Greenscreen-Aufnahmen in Zukunft überflüssig machen sollen. Hier erkennt die KI die Personen im Vordergrund und schneidet diese automatisch in Echtzeit aus, so dass die Hintergründe im Video ohne Probleme ausgetauscht werden können. Eine erste Beta-App mit interessanten aber noch ausbaufähigen Ergebnissen gibt es bereits. Bis das Ganze allerdings in den professionellen Filmbereich einziehen wird, wird es noch etwas dauern.

Wenn Sie mehr zum Thema Green-Screen-Aufnahmen wissen wollen oder vielleicht mit einem Imagefilm liebäugeln, der Dank dieser Technik wirklich beeindruckt, kommen Sie einfach bei uns in Mainz auf eine Tasse Kaffee vorbei. Vielleicht können Sie den Termin dann auch gleich mit einer kostenlosen Führung im ZDF samt der „grünen Hölle“ verbinden: https://zdf-service.de/fuehrungen-mainz/

Mehr erfahren:
https://de.wikipedia.org/wiki/Bluescreen-Technik#Greenscreen
https://www.heise.de/newsticker/meldung/YouTube-erprobt-Live-Videobearbeitung-mit-kuenstlicher-Intelligenz-3985814.html
http://www.contactmusic.com/ian-mckellen/news/ian-mckellen-broke-down-on-the-hobbit-set_3378939

Wann? Ein heißer Tag im Juli. Wo? Der Golfplatz des Mainzer Golfclub GmbH & Co. KG in Budenheim. Warum? Der Dreh für einen Web und Social Media Clip für den internationalen Technologiekonzern SCHOTT AG aus Mainz.

Es ist mein zweiter Dreh, den ich begleite – damit ich als neuer Marketing Manager bei Intervideo die Branche besser kennen lerne, die Abläufe, die Kunden. Meine erste Erfahrung war mein Einsatz als Setrunner bei einem 360°-Projekt. Ich freue mich also auf den Tag, denn ich war zugegebenermaßen noch nie auf einem Golfplatz.

Um 8:00 Uhr morgens am Drehtag kommt die gesamte Crew am Golfplatz zusammen: Projektleiterin, Regisseur, Kameramann, Kamera-Assistent, insgesamt etwa zehn Personen. Ich will ehrlich sein. Mein erster Eindruck von dieser Golfwelt, die ich bislang nur vom Hörensagen kannte? Ein wirklich riesiges, wunderschönes Areal und eine Menge Damen um die 70, die mit kleinen Elektroautos über das Gelände fahren oder ihre Trolleys vor sich herschieben; dazwischen ab und an noch etwas ältere Herren. Dazu passte der Anteil von Cabrios gehobener Preisklasse recht gut – Naja. Von der heutigen Filmcrew kenne ich bislang nur wenige. Gerade stehe ich neben einer jungen und sehr netten Frau und um dem Smalltalk gerecht zu werden teile ich ihr meine Meinung zum Thema Golf offenherzig mit – um einiges deutlicher als eben hier geschrieben. Dann frage ich noch: „Wer bist Du nochmal?“, denn ich hatte bei der Vorstellungsrunde wohl nicht so richtig gut aufgepasst: „Eure Kundin und ich spiele übrigens auch Golf“, sagte sie. Fettnäpfchen! Wäre ich sie gewesen, hätte ich ihren Satz sicher mit ein wenig Schadenfreude ausgekostet. Sie war aber wie gesagt nett und tat das nicht, sondern erklärte mir, dass das Golfen eben kein Sport mehr nur für die Elite ist und viel getan wird, um auch für Kinder und Jugendliche zu begeistern. Und auch meine Meinung wird sich vielleicht noch im Laufe des Tages ändern.

Es ist 9:00 Uhr, die Kameras sind aufgebaut und das Set muss natürlich gut aussehen. Da machen sich zwei Golf Carts im Hintergrund einfach gut. Wie unglaublich vielfältig die Filmbranche ist, erleben wir alle immer wieder. Man lernt immer etwas Neues dazu, so wie die Intervideo Projektleiterin Sabrina nun das Fahren dieser kleinen Geschosse. Ist sie anfangs noch unsicher ob der kaum zu bändigenden Leistung des Elektro-Aggregats, wird sie später nahezu ausgelassen über den Platz fegen.

SOcial Media Clip für Schott Golf

Jetzt kommen noch die beiden Jungs von Skynamic dazu, die für uns die Drohnenaufnahmen schießen.

Dieses unbemannte Fluggerät ist ein ganz schöner Brocken und es ist beeindruckend, mit welcher Leichtigkeit aber auch Präzision die Profis damit umgehen.

Filmproduktion mit Drohne - Luftaufnahmen

Die Drohne wird bei diesem Dreh die Perspektive eines hart geschlagenen Golfballs einnehmen, der direkt auf die Windschutzscheibe eines PKWs zurast. In diesem Wagen sitzt der erste unserer beiden Hauptdarsteller, der Schauspieler Marius Schneider. Jetzt sind die Temperaturen noch recht erträglich. Aber Marius wird den halben Tag im Wagen verbringen und über 30 Grad sind zu erwarten. Aber er hat den Job grandios gemeistert.

Filmaufnahmen PKW

Weitaus angenehmer war es für den Regisseur Frank Sidenstein, der die Szenen von einem schattigen Plätzchen aus überwacht und Anweisungen per Walkie Talkie in den Wagen funkt.

Regisseur Intervideo

Nach der Mittagspause bei sehr gutem Essen im Restaurant des Golfplatzes, geht es nochmal gut eine Stunde weiter, dann ist die PKW-Szene samt Luftaufnahme im Kasten. Die Leute sind alle supernett. Die Servicekräfte im Restaurant, die Angestellten ob Manager oder Gärtner und auch die Golferinnen und Golfer auf dem Rasen. Und während ich doch bei der Hitze langsam in meinen Bewegungen bedeutend langsamer werde, wuseln die Spieler energiegeladen und zielstrebig über den Platz. An Loch 18 drehen wir eine weitere Szene, den gewaltigen Abschlag Richtung Auto. Beim Essen noch erzählte unser Kameramann Harald Capota noch, wie unsinnig es doch sei, dass im Film „Armageddon“ der Bohrspezialist Bruce Willis zum Astronauten ausgebildet wird, um die Welt zu retten. Es wäre doch umgekehrt weitaus einfacher gewesen, nämlich ausgebildeten Astronauten das Wissen über das Bohren aneignen zu lassen. So haben wir nicht versucht einem Schauspieler einen halbwegs ansehnlichen Abschlag anzutrainieren, sondern holten uns den besten Golfer, den wir bekommen konnten: Nicolas Zimmermann. Nico ist Golflehrer im Mainzer Golfclub. Und das Gute daran: Er muss das Schauspielern nicht lernen, er war ein absolutes Naturtalent. Was für jeden gilt: Erst einmal geht’s in die Maske.

Make Up Artist Intervideo

Und dann kommt der Dreh. Nico macht einen Probeabschlag, damit alle einen Eindruck bekommen, wie die Szene wirkt und wie der Ball fliegt. Er holt aus und zack. Irre! Niemand sieht den Ball wegfliegen. Es geht so wahnsinnig schnell und Nico schafft es, dabei noch unglaublich lässig auszusehen.

Nicolas Zimmermann Golflehrer

Wir sind ungemein beeindruckt. Immer mal wieder kommen Spieler vorbei, die allesamt Verständnis dafür haben und gern eine Minute warten, bis sie zwischen zwei Takes selbst abschlagen können. Irgendwie fühlt man sich hier doch ganz wohl. Und natürlich waren bis jetzt die Leute auf dem Platz, die nicht mehr arbeiten müssen, denn allmählich wird das Publikum jünger. Damen und Herren, die wohl nach der Arbeit hier ihre Entspannung suchen.

Filmproduktion Golf

Jetzt denke ich, dass das Golfen doch eine Menge Spaß machen kann. Man hat ein Ziel, man entwickelt seine Technik weiter, will besser werden und hält sich dabei auch körperlich fit, denn an die zehn Kilometer läuft man sicher, bis man das letzte Loch gespielt hat. Dazu ist der Platz außergewöhnlich mit seiner Lage in einem ehemaligen Steinbruch. Aber eines ist klar: Wenn ich mal an diesen Sport wage, dann nehme ich meinen Unterricht bei Nico. Bald sind dann auch alle Szenen im Kasten und wir sind sehr zufrieden und gespannt, wie der fertige Film wirken wird – ich wette richtig gut!

Nachtrag: Da war die Postproduktion ja wieder mal richtig schnell. Das Ergebnis ist da und online!

 

 

 

Erklärvideos, die Spaß machen

Mussten Sie schon mal Schulungsfilme anschauen? Weil Sie einen neuen Job annehmen, in dem Sie sehr komplexe Maschinen bedienen mussten oder das Thema Gefahrenschutz eine Rolle spielte? Oder weil sich eben jeder Mitarbeiter durch Themen wie Mein Arbeitsplatz: Gesundheit im Büro“ quälen musste? Textblock um Textblock quälte man sich vor dem Bildschirm von Seite zu Seite. „Aufgelockert“ war das ganze mit antiquierten Zeichnungen, die wohl witzig daher kommen sollten. Haben Sie das das alles folgsam durchgelesen? Und wenn, irgendetwas behalten. Die jetzt ganz ehrlich sind, werden zugeben, sich schnell bis zum Ende durchgeklickt zu haben, um es dann bei einem „Abschluss-Test“ drauf ankommen zu lassen. Schließlich gab es ja bei Versagen keine Geldstrafen und so kam man ja nach drei, vier Versuchen ohnehin durch – wie gesagt: Ohne auch nur ein Kapitel wirklich gelesen zu haben. Aber auch für Menschen, die am angebotenen Thema ein wirkliches Interesse haben, ist der reine Massenkonsum an trockenen Informationen alles andere als eine Freude und auch beim besten Willen weigert sich hier das Gehirn oft gern diese aufzunehmen. Muss das so sein, dass das Betrachten eines Imagefilms Spaß macht, dass eines Schulungsfilms eher einer Strafe gleicht?

Nein, denn ganz anders sieht es aus, wenn Wissen mit den Grundlagen der Didaktik vermittelt wird. Neben der Wiederholung ist die Interaktion ein entscheidender Punkt. Im folgenden Beispiel kann der Betrachter des interaktiven Films die verschiedenen Modelle einiger Siemens Schaltanlagen selbst erkunden. Er wählt selbst aus, welche Schaltanlage er unter die Lupe nehmen will und zu welchen Bauteilen dann noch weiter ins Details gehen will. Probieren Sie es aus:

Interessant ist das Backend dieses interaktiven Films. Aufgebaut wie ein Content Management System, lassen sich Inhalte per drag & drop auf den verschiedenen Ebenen einfach einpflegen und verändern.

Interaktive Apps – interessant fürs Marketing

Aber auch der Siegeszug der sogenannten Apps hat seinen Grund. Zwar ist aufgrund der umfangreicheren Funktionen der Basisaufwand höher, aber diese Funktionen bieten vor allem im Bereich Marketing ihre Vorteile, zum Beispiel durch die Möglichkeit die Anwendung zu personalisieren oder Informationen weiter zu leiten oder zu teilen. Im folgenden Bild ist eine App zu sehen, in der eine Anlage per Touch-Steuerung besichtigt werden kann.

Programmierung Interaktive App

Sollte eine Interaktion nicht möglich oder nicht gewünscht sein, bleib nur der Film ohne Interaktion. Dann aber sollte auf Text weitgehend verzichtet werden. Bilder und sprach-übergreifende Symbole sollten im Vordergrund stehen und oft sind es Elemente wie Humor, die es auch dann schaffen können, die Aufmerksamkeit des Betrachter für eine gewisse Zeitspanne zu fesseln. Ein gutes Beispiel hierfür ist der Film „Siemens Safety“ von Intervideo, der Besucher der Siemens Transformatorenwerke auf wichtige Regeln und mögliche Gefahren hinweist.

 

 

Weitere Informationen zum Thema „Wissenstransfer und Didaktik mit digitalen Medien“ finden Sie hier.

 

Es ist selten, dass man im Büro einen Hund antrifft. Ganz auszuschließen ist es, dass dieser Hund sich dann nützlich macht, Kaffee kocht, Akten ordnet oder Auswertungen aus dem ERP-System zieht. Der Hund im Büro liegt meist einfach unter einem Schreibtisch und schnarcht mal mehr, mal weniger. Aber dieser auf den ersten Blick recht kleine Beitrag hat größere Auswirkungen als man denken mag. Der Hund ist nämlich ein in den Grundzügen sehr positiv eingestimmtes Wesen. Er ist da, er freut sich, er wedelt und macht ab und an irgendwas Witziges, was alle zum Lachen bringt – selbst die, die Hunde eigentlich total doof finden.

Ein Hund selbst käme aus eigenem Antrieb wohl niemals auf die Idee, acht Stunden eines schönen Tages in einem kleinen Raum – Büro genannt – zu verbringen. Es ist also das Frauchen oder Herrchen, die auf die Idee kommen, Blacky, Mila oder Stinki mit ins Büro zu bringen, meist aus der Not heraus, zu Hause keinen Hundesitter zu haben. Es gehört sich natürlich, die Erlaubnis z.B. der Geschäftsführerin einzuholen. Wurde diese als Kind gebissen, weil sie es damals irre lustig fand, Hunde am Schwanz zu ziehen, wird die Hoffnung schon hier zerschlagen. Ist sie eigentlich ganz modern und liberal eingestellt und hat auch schon das ein oder andere Mal in Zeitschriften über die positiven Ergebnisse von entsprechenden Studien gelesen, wird es vielleicht einen Schritt weiter gehen. Der Satz dazu: „Ich frage mal bei den Kollegen rum“. Da Kinder ja ausnahmslos grausam sind gibt es vielleicht dann hier Mitarbeiter mit schlechten Erfahrungen, welche mit Tierhaarallergie oder diejenigen, die der Meinung sind, Hunde wären eklig und würden stinken. Puh, das wird nicht leicht. Und dann muss ja auch noch die Größe passen. Die Deutsche Dogge mit 90cm Schulterhöhe ist da bei vielen ebenso wenig Favorit wie der kleine, dann doch mal kläffende Chihuahua – als hätte es dieser mit diesem Namen und der blöden Schleife zwischen den Ohren nicht schon schwer genug.

Bürohund Intervideo

Der Hund im Büro

Aber wenn am Ende doch alles klappt und der Chef oder die Chefin sagen: Alles klar, Du kannst den Hund mitbringen, dann ist das nicht nur für den Besitzer von Vorteil. Ehrlich! Es gibt sogar einen Bundesverband Bürohund. Dessen Vertreter sind sich sicher, dass der Hund im Büro das Stresslevel maßgeblich senkt und damit das Risiko psychischer Erkrankungen erheblich gemindert wird. Randolph Barker von der Virginia Commonwealth University untersuchte bereits 2002 den Zusammenhang von „Bürohunden“ und dem Stresslevel der Mitarbeiter. Es konnte im Blut dieser Mitarbeiter schon im Verlauf des ersten Tages ein sinken der Stresshormone im Blut nachgewiesen werden. Denn die Anwesenheit eines Hundes regt die Produktion des Glückshormons Oxytocin an. Die Mitarbeiter sind zudem engagierter und motivierter. Dass ein Hund das Betriebsklima in der Regel erheblich verbessert ist ebenfalls durch mehrere Studien bewiesen.

Die Frage ist aber eben auch, ob der Hund das ebenfalls so klasse findet. Auch hier ist der Charakter des Hundes wieder mit entscheidend. Ein Labrador muss nicht auf Gedeih und Verderb permanent über Wiesen und Hindernisparcours rasen und lässt es gern mal bequem angehen. Ein Border Collie dagegen wird schon mal nach nur zehn Minuten unterm Schreibtisch langsam wieder nervös. Auch ist natürlich ein älterer Hund meist ein ruhigerer Geselle als ein junger Draufgänger. Generell muss dem Hund ein Rückzugsplatz (meist unter dem Schreibtisch des Besitzers) geboten werden, permanenter Zugang zu Trinkwasser und die Möglichkeit, auch immer mal wieder zwischendurch die Beine vertreten zu können. Und auch dem Besitzer und den mitlaufenden Kollegen tut es gut, mittags einen längeren Spaziergang zu machen. Und wer seinen Hund liebt, der merkt ja ohne Frage sofort, ob es seinem Schützling im Büro gefällt oder nicht.

Bei Intervideo haben wir mal Baily, mal Amba und fast immerFletcher, der zur älteren Generation zählt und vor allem schläft. Aber etwa einmal pro Stunde schlendert er von Büro zu Büro, lässt sich dann immer gern am Hintern kraulen, um dann im Büro seiner Wahl nochmal eine halbe Stunde zu dösen. Ihm gefällt es gut bei uns und er will nach der Arbeit gar nicht nach Hause, wie es das Video eindringlich beweist.

Der Imagefilm – ein Budget-Sprenger?

Was kostet ein Video, z.B. ein Imagefilm? Sie wissen sicher schon, welche Antwort zu erwarten ist: „Kommt drauf an.“. Da sieht es bei den Unternehmensfilmen nicht anders aus als in Hollywood. Wird in einer Küche die Szene einer Familienserie gedreht, ist das im Verhältnis eine wenig aufwendige und damit recht günstige Sache. Wenn dann aber ein Mann im roten Superheldenanzug angeflogen kommt und das Einfamilienhaus samt Küche aus dem Fundament hebt, dann wird alles doch schon viel komplizierter und die Mischung aus Greenscreen-Drehs und CGI (Computer Generated Imagery) verlangt ein wesentlich höheres Budget. Wird dann auch noch Robert Downing J. verpflichtet und ein renommierter Komponist, dann wird das eine richtig große Nummer. Mit Ihrem Imagefilm aber müssen Sie zum Glück nicht zwei Stunden die Massen unterhalten. Und auch wenn Robert Downing sicher ein Knaller wäre, Sie brauchen ihn nicht. Und Sie brauchen auch keine Millionen.

Beim Unternehmensfilm steckt nicht wie in Hollywood der Löwenanteil des Budgets in den Gagen der Starts und meist auch nicht im Dreh selbst, sondern in der zuvor beschriebenen Vor- und Nachbereitung, die dafür sorgt, dass es zum Beispiel auch bei einem Drehtag bleibt, wenn nur einer auf dem Plan steht und dass später aus dem vorher noch recht unspannend wirkenden Rohmaterial durch Schnitt, Colorgrading und Vertonung ein echter Diamant wird. Darum ist es so wichtig, dass nicht nur bei Regie und Kamera gute Leute am Start sein, sondern an jeder Stelle im gesamten Prozess. Das geflügelte Wort „die Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied“ trifft im Bereich der Unternehmensfilme hundertprozentig zu.
Eine Agentur wird nicht mehr verlangen, weil sie Referenzen wie Siemens, Mercedes, die Allianz, Sixt oder Hornbach vorweisen kann. Diese Unternehmen haben nach langen Recherchen die Entscheidung für eine Agentur getroffen, weil diese einfach gut ist und es kein schwächstes Glied bei ihnen gibt.

Team Intervideo

Schauen wir uns aber noch einmal ein typisches Beispiel aus der Werbebranche an:
„Das Bild beginnt auf der Chromfelge eines Oldtimers, in der sich ein cool aussehender Mann spiegelt. Das Bild öffnet sich, die Kamera bewegt sich nach oben und man sieht eine endlos lange Straße. Am Horizont verschwindet die Sonne.“ [Aus dem Drehbuch für einen Werbespot]

Eine schöne Szene. Wenn Sie auch so etwas Ähnliches wollen – hier ist schon mal die Liste der Zutaten:

  • 1 Storyboard
  • 4–8 Tage Locationsuche inkl. Beschaffung von Drehgenehmigungen
  • 2 Modelcastings
  • 4 Kundenabstimmungen
  • 1 Kamerateam bestehend aus: Produktionsleiter, Regisseur, Aufnahmeleiter, Tonmann, Kameramann, Kameraassistent, Bühnenmann, Bühnenassistent, Oberbeleuchter, 2 Beleuchter, Requisiteur, 4 Produktionsassistenten
  • 1 Oldtimer mit Tageszulassung
  • 1 Betreuer für das Fahrzeug
  • 1 Transporter mit Kameraequipment 1 LKW mit Tageslichtlampen
  • 1 LKW mit Kamerakran und Zubehör
  • 1 selbstfahrendes Stromaggregat mit 80 kW
  • 20 Kästen Mineralwasser, 50 Portionen warmes Essen, 200 Portionen Häppchen, 8 Liter Kaffee, 68 Keksriegel, 1 Flasche Sekt für Abschluss
  • 1 Dixi-Toilette
  • 1 Sonnenuntergang
  • 2 Ersatzsonnenuntergänge, falls Wetter oder Timing nicht genau passen

Sie sehen: ziemlich viel, aber machbar. Kostenpunkt: wahrscheinlich deutlich im 6-stelligen Bereich.
Lassen wir den Sonnenuntergang weg, wird es schon um einen gut 5-stelligen Euro-Betrag günstiger. Machen wir aus dem Oldtimer einen Kleinwagen, sinken die Kosten natürlich weiter. Das Ergebnis wird aber eben auch nicht mehr ganz so schön. Und dieses Spiel lässt sich beliebig fortsetzen.

Das Beispiel mag etwas flapsig dahergekommen sein, der beschriebene Aufwand ist es nicht. Dabei war dabei weder von Konzeption, Vor- oder Nachproduktion kaum Rede, denn bis zum Beispiel das Storyboard steht, muss einiges an kreativer und planerischer Leistung erbracht worden sein. An allen Aufgaben arbeiten gute Leute, die natürlich ihren Preis haben. Für einen Preis gibt es als Gegenwert eine klar definierte, innerhalb einer bestimmten Zeit erbrachte Leistung.

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Angenommen, der Vertriebschef Europa hat sich überraschend angekündigt, um ein Statement in Ihrer Firma abzugeben. Sie möchten die Gelegenheit nutzen, um ein Interview aufzuzeichnen.
Sie brauchen dafür:

  • 1 Vorgespräch
  • 1 motivierten Vertriebschef
  • 1 ruhige Ecke
  • 1 Kamerateam bestehend aus: Redakteur, Kameramann, Assistent
  • 1 Reportage-Ausrüstung

Das Ganze wird an einem Tag abgedreht und kostet ca. 2.000 Euro. Sie haben dann ein ungeschnittenes Interview.
Man könnte damit in die Nachbearbeitung gehen, die Rede mit vorhandenen Grafiken kombinieren, eine nette Musik und etwas Sprecherkommentar unterlegen und fertig ist ein professioneller Motivationsfilm, der schon einiges hermacht.

Je nachdem, welche der eben aufgezählten Komponenten Sie sich zusätzlich wünschen, kostet der fertige Film zwischen 5.000 und 15.000 Euro.
Es sind also nicht die Anzahl der Minuten, die den Preis eines Films bestimmen. Kostenfaktoren wie Technik, Teamgröße, Aufwand beim Drehen usw. spielen eine viel größere Rolle.
Alles hängt letztlich davon ab, welche Ziele Sie erreichen wollen. Aber eines ist oberstes Gebot: die Qualität muss stimmen. Denn Sie wissen ja: Was einmal im Internet ist, bleibt im Internet.

Gehen wir den nächsten Schritt und werden in den Beispielen noch konkreter. Das Beispiel:

Die 30-Jahre Feier des Unternehmens in der Stadthalle wird digital verewigt. Es gibt einige Highlights, so dass sich ein kurzer Clip fantastisch auch in den sozialen Medien verwenden lässt – die Filmlänge ca. zwei bis fünf Minuten.

Bei diesem Projekt läge die Preisspanne zwischen 6.000 und 9.000 Euro. Denn folgenden Leistungen liegen dahinter:

  • Projektleitung und Planung
  • Vorbesichtigung
  • 1 Tag Redaktion
  • 1 Tag Dreh inkl. Redaktion, Kamera, Assistent und Technik zzgl. Reisekosten
  • 2 Tage Nachbearbeitung
  • 3 Minuten Musik, Encodierung, Vertonung Deutsch

euromicron Werbefilm Intervideo Imagefilm

Und noch ein Beispiel:
Sie wollen ein Unternehmensportrait, also einen Imagefilm. Das ist eine gute Entscheidung, denn ohne geht es kaum. Die Filmlänge beträgt ca. fünf bis maximal acht Minuten. Jetzt sind wir bei einer Preisspanne von 20.000 – 28.000 €. Die Leistungspakete, die sich hinter diesen Summen verbergen, sind nahezu identisch mit den Leistungen aus dem vorherigen Beispiel:

  • Projektleitung und Planung
  • Vorbesichtigung
  • 4 Tage Redaktion
  • 3 Tage inkl. Redaktion, Kamera, Assistent und Technik zzgl. Reisekosten
  • 4 Tage Nachbearbeitung
  • 2 Tage Grafik
  • 4 bis 6 Minuten Musik, Encodierung, Vertonung Deutsch

Wie Sie sehen, haben sich aber die Dauer der einzelnen Punkte multipliziert. Warum, ist klar: Zuvor gab es einen bereits geplanten Event. Es musste keine großartige Idee erschaffen werden, die das Video einzigartig macht oder damit es auf besondere Weise auffällt. Es musste kein Drehort gefunden werden, keine Darsteller wurde gecastet und es gab auch keine 3D-Animationen oder ähnliches. Das alles muss für den Imagefilm gemacht werden. Es steckt sozusagen viel mehr Kreativleistung in diesem Projekt, als auch mehr Aufwand in der Inszenierung für den Dreh und mehr Detail in der Postproduktion. Dafür ist das Ergebnis auch etwas ganz besonders, das auf vielen Kanälen über eine längere Zeit genutzt werden kann. Aber dazu lesen Sie wie schon erwähnt mehr in unserem kostenfreien Whitepaper „Online-Marketing – Strategie und Bausteine“.

Und wenn Sie sich nun irgendwann entschließen, das nächste Projekt anzugehen, ist es uns eine Ehre, Ihnen beratend zur Seite zu stehen. Das komplette Whitepaper zum Thema mit zahlreichen Checklisten für Ihre Planung und Infos auch zu neuen Trends und Techniken (Virtual Reality, Augmented Reality etc.) finden Sie hier. Mehr zum Thema Imagefilm in Sachen Storytelling und Content gibt es hier zu lesen. Oder orientieren Sie sich nach dem Anlass, für den Sie einen Film, eine VR-Installation oder eine interaktive App brauchen. Auf unserer Startseite können Sie nicht nur nach dem Medium suchen, sondern auch nach Event„, Produktpräsentation„, Marketing„, Research & Development“ oder Wissenstransfer„.

Eines Vorweg: Diese Filmkritik spiegelt die Meinung einer einzigen Person wider, die des Autors. Und ich (der Autor) bin mir vollkommen im Klaren darüber, dass es viele Menschen gibt, die ganz anderer Meinung sind. Und das ist ja auch gut so. Denn eine wenig verschlüsselte Botschaft von Shape of Water ist die Bedeutung der Toleranz. Also toleriere ich das ganze Spektrum derjenigen, die sagen „So ein Mist, Fischmenschen gibt’s ja gar nicht und was war das für eine abartige Sexszene?“ bis hin zu denen mit der Meinung: „Ich habe da doch weit mehr Tiefgang erwartet. Unter zehn Handlungssträngen auf fünf Zeitebenen und bitte in französischem Original mit japanischen Untertiteln, auch wenn der Regisseur aus Sachsen ist, schaue ich mir keinen Film an. Und was bedeutet bitte 4K?“. Ich toleriere und finde es schade, dass nicht alle den Film so genießen konnten wie ich, der Shape of Water nicht für den größten Film aller Zeiten hält, aber für ein richtig, richtig gutes Stück echtes Kino. Anlässlich der Veröffentlichung auf DVD und Blu-Ray folgend die Filmkritik von Intervideo.

Handlung
Die 60er Jahre. Die USA und Russland befinden sich im kalten Krieg und im Wettstreit, wer zuerst einen Menschen ins All befördert. Die stumme Elisa lebt ein recht einsames Leben und verdient sich ihr Geld als Reinigungskraft in einem US-Labor. In dieses Labor wird unter größter Geheimhaltung ein Fischwesen aus dem Amazonas gebracht. Sicherheitschef Strickland und der Wissenschaftler Dr. Hoffstetler sind mit der Erforschung der Kreatur beauftragt. Eines Tages wird Elisa mit der Reinigung des Raumes beauftragt, in dem sich das Wesen befindet. Erst langsam, dann aber immer intensiver nähern sich Elisa und der Fischmensch an. Sie will ihn befreien, droht ihm der Tod zwecks Obduktion. Es folgt ein Kampf gegen die Zeit und vor allem gegen den abgrundtief bösen und selbstsüchtigen Strickland.

Intervideo Filmkritik Shape of Water

Sally Hawkins and Doug Jones on the set of THE SHAPE OF WATER. Photo by Kerry Hayes. © 2017 Twentieth Century Fox Film Corporation All Rights Reserved

Kritik
Ich muss gestehen, ich bin großer Fan von den Märchenerzählern des Kinos wie Tim Burton mit „Big Fish“, „Sleepy Hollow“ oder „Die Insel der vergessenen Kinder“, Terry Gilliam mit „König der Fischer“, „Die Abenteuer des Baron Münchhausen“ oder natürlich „Brazil“ und eben Guillermo del Toro, der mich vor allem mit „Das Rückgrat des Teufels“ und „Pans Labyrinth“ begeisterte. Shape of Water scheint tatsächlich oberflächlicher als Pans Labyrinth und ist kein Film, der ständige Aufmerksamkeit verlangt wie vielleicht Interstellar oder Inception. Jeder kann ihn verstehen. Meine ununterbrochene Aufmerksamkeit hatte Shape of Water dennoch, denn aus jeder Pore dringt die Filmkunst del Toros, die mich wirklich in den Bann zog. Die Farben, die Ausstattung, die Musik, die Figuren – mal wunderschön, mal schaurig schön. Und in diesem Setting ist eine Handlung zu finden, die ganz bewusst nicht mit Ecken und Wendungen daherkommt, sondern wie ein Märchen ganz klar mit Gut und Böse. Auffallend plakativ finden wir auf Elisas Seite den schwulen Nachbar und die farbige Kollegin stellvertretend für alle Minderheiten und ganz unverblümt erinnert uns der Antagonist, der böse, weiße Mann, an den einen oder anderen Populisten in aktuell staatsführender Position. Es ist so simpel und so klar und es ist schön, es auch einmal so klar zu sagen, verständlich für jeden – in den Worten von del Toro selbst klingt das so: Shape of Water ist ein Film gegen Ausgrenzung und für Diversität.
Nun könnte man denken, dass dieser Film kaum anecken kann in unserer heutigen Zeit. Die 60er, das ist ja auch lange her und wie sind heute moralisch viel weiterentwickelt, toleranter und irgendwie mehr Mensch. Schauen wir uns an, was derzeit so alles passiert, müssen wir uns aber wohl eingestehen, dass wir uns da wohl auf einem Irrglauben ausruhen. Überall schreien die Menschen nach Grenzen, nach Mauern, es kommt der Brexit und überall stellen Marktschreier die Globalisierung in Frage. Del Toros Film kommt genau richtig und nein, er lässt keine Zwischentöne zu und womöglich würde man ihn sogar nur mit besagten japanischen Untertiteln verstehen, so klar sind seine Bilder.

Shape of Water del Toro

Sally Hawkins and Richard Jenkins in the film THE SHAPE OF WATER. Photo by Kerry Hayes. © 2017 Twentieth Century Fox Film Corporation All Rights Reserved

So plakativ die Figuren del Toros sind, so völlig normal sind sie auch, harmonisch in ihrem Zusammenleben, aber durchaus auch mal zickig. So ist die von Sally Hawkins fantastisch gespielte Elisa eben nicht nur braves Mauerblümchen und einfach immer nur lieb. Schön auch, wie del Toro Elisas Bedürfnisse zum Beispiel als liebgewonnene, völlig selbstverständliche und natürliche Morgenroutine darstellt inklusive dem Kochen der Frühstückseier und der Selbstbefriedigung in der Badewanne. Und selbst diese unschuldige Szene, ebenso wie eine sehr liebevolle Sexszene mit dem Fischwesen, sorgt für heftigste Beschimpfungen im Internet und bei den Reviews bei Amazon – Amazon Deutschland, nicht USA! Wörter wie „ekelhaft“ oder „abartig“ fallen da und es wird schnell klar, dass Heuchelei, Doppelmoral und Intoleranz noch immer in zahlreichen Haushalten zu finden sind.

Del Toros Film ist ein Märchen, pure Macht der Fantasie, eine Hommage an das Kino in Technicolor – diese Bilder, jedes kleine Detail, die Figuren und die Musik. Aus 13 Oscar-Nominierungen wurden vier Auszeichnungen – für die Regie, den besten Film, die beste Filmmusik und das beste Szenenbild. Und das hat der Film auch absolut verdient!

Shape of Water Filmkritik

Shape of Water Filmplakat