Virtual Reality Konzepte: HEAR

Ja zum Hörgerät für ein besseres Lebensgefühl - VR hilft

Virtual Reality Konzept HEAR 1

Published on 24. Juni 2019

Written by Mathias Schwaben

Virtual Reality Anwendungen werden derzeit meist im Bereich Marketing eingesetzt. Auf Messen oder bei Events zum Launch eines Produktes kann damit gut Aufmerksamkeit erreicht werden. Die VR bietet aber noch viel mehr Möglichkeiten – auch in Bereichen, die einem nicht gleich in den Sinn kommen. Wenn man sich zu einem Brainstorming zusammen setzt, kommen fast immer sehr gute Ideen heraus. So auch das folgende Konzept „HEAR“.

Ein Unternehmer erzählte uns von der Problematik, dass viele, insbesondere ältere Menschen ein Hörgerät brauchen, aber genau das, was sie selbst als Schwäche empfinden, nicht zugeben wollen. Dabei stellen Familie und Freunde fest, dass sich die betroffene Person immer mehr zurück zieht, weil ja ein ständiges „Wie bitte?“ ja besagte Einschränkung ja nur wieder offen legen würde. Das führt zu weniger Freude am Leben, zum Verlust sozialer Kontakte und zu schwindender Lebensfreude – alles für den falschen Stolz.

HEAR soll hier helfen klar zu machen, was man alles eben nicht missen muss. Um das zu erklären, stricken wir nun eine kleine Geschichte:

Die erwachsene Tochter eines 73 jährigen Mannes weiß nicht mehr weiter. Obwohl das Gehör ihres Vaters offensichtlich in den letzten Jahren stark nachgelassen hat, weigert er sich auch nur über die Anschaffung eines Hörgeräts nachzudenken. Nun ist sie durch die Werbung im Schaufensters eines Fachgeschäfts für Hörgeräte auf HEAR aufmerksam geworden. Ihr Vater ist stolz darauf, dass er sich weiterhin für moderne Technik interessiert. Auch sein Tablet hat er gut im Griff. Natürlich hat er auch schon von der Virtual Reality gehört. Das klingt mehr als interessant, aber man kann es ja zu Hause nicht erleben. Diese Neugierde nutzt die Tochter, um dem Mann den Besuch im Fachgeschäft schmackhaft zu machen – einfach mal hingehen, in den Laden, um diese virtuelle Realität mal zu erleben. Der Vater erklärt sich bereit.

Sie kommen in das Geschäft und ein netter, junger Mann kommt schnell zum Thema und zeigt stolz die VR-Brille. „Das ist schon ne tolle Sache“, sagt er und erläutert kurz, was der Vater gleich erleben wird: „Wenn sie die Brille gleich aufsetzen, sind sie direkt am Strand. Sie sehen auch unten eine Bedienoberfläche, aber die kann ihnen egal sein, das übernehme ich. Damit passe ich HEAR an ihre Hörfähigkeit an und simuliere dann ein Hörgerät. Ja, ich weiß, sie wollen keins, aber damit sie die Virtual Reality erleben können, passt das schon, oder?“. Der Mann grummelt ein wenig, aber die Neugier ist größer.

Er setzt die Brille auf und ist am Strand. Eine 360  Grad Film schafft die fotorealistische Umgebung.

„Schauen sie sich mal um“, sagt der Mitarbeiter.

Virtual Reality Konzept HEAR 1

Der Mann schaut sich um und ist sichtlich beeindruckt.

„Na, hören sie die spielenden Kinder, die Wellen und die Möwen?“

„Kinder ja, ganz leise. Aber welche Möwen? Ich mag eh das Land eher als das Meer.“

„Hmmm. Dann wechseln wir doch mal den Ort. Ich drehe einen Schalter und sie stehen auf einer wunderbaren Wiese“.

Virtual Reality Konzept HEAR

„Oh, das ist ja schön.“

„Hören Sie etwas?“

„Nein, nichts. Sollte ich? Ist da was?“

„Schon. Drehen Sie den Kopf mal nach links.“

Virtual Reality Konzept HEAR

Der Mann dreht den Kopf nach links und entdeckt einen kleinen Vogel.“Ach, schau an. Ja, jetzt höre ich es. Der piepst ganz leise.“

„Leise? Warten sie mal. Ich lege jetzt einen Schalter um und dann hören sie den Vogel mit 100%, so, wie sie ihn zum Beispiel im Alter von 30 Jahren gehört hätten.“

„Oh, das ist heftig. Das ist ja richtig laut! Könnte aber auch nerven nach ’ner Zeit“

„Dann gehen wir mal in einen Wald“.

Virtual Reality Konzept HEAR

„Das ist schon beeindruckend. Es ist wirklich, als wäre man da. Und ich höre auch was. Da knackt doch ein Zweig. Warten sie.“

Der Mann dreht den Kopf in die Richtung, aus der er das Geräusch gehört hat.

Virtual Reality Konzept HEAR

„Da sitzt ein Fuchs. Den hab ich aber schnell entdeckt, was?“

„Ja, haben sie. Weil die Hörgeräte-Simulation noch eingeschaltet ist. Ich schalte sie mal wieder ab und dann geht’s ins Theater“.

Virtual Reality Konzept HEAR

„Ist das ein Konzert? Ich hör die Musik ein bisschen. Aber da sind ja auch Schauspieler. Ne, ich versteh kein Wort. Theater, Oper, ne, muss auch nicht sein.“

„Ehrlich? Das gesamte kulturelle Leben, dass sie verpassen? Naja, ist ihre Sache. Einen hab ich noch. Gehen wir mal in die Kneipe. Haben Sie einen Stammtisch oder sowas?“

„Nicht mehr. Da geh ich nicht mehr hin. Hat mich irgendwann einfach gelangweilt.“

Virtual Reality Konzept HEAR

 

„Das macht keinen Spaß. Ich verstehe weiterhin kein Wort.“

„Ja, ist irgendwie blöd. Schließlich geht man ja zum Plaudern in die Kneipe. Wenn man nichts versteht, tja, dann wäre es mir da auch langweilig. Ich schalte mal wieder ein“.

„Ja, jetzt verstehe ich was. Die junge Frau erzählt gerade von ihrem Urlaub auf Malta und wie günstig dies war und jenes. Darum geht es doch nicht um Urlaub, ums Sparen. Man muss das Leben doch genießen. Aber die ganz hinten, die verstehe ich trotzdem nicht.“

„Müssen sie ja auch nicht. Sie müssen ja kein Superhelden-Gehör haben. Aber mit den Leuten reden können, das muss schon sein. Ist das nicht das absolute Minimum in Sachen Leben genießen?“

„Jetzt kommen sie mir ja doch so. Aber sie haben ja Recht.“

„So ein Hörgerät ist übrigens inzwischen ein technisches Meisterwerk. Im Grunde unsichtbar und sie können zum Beispiel Musik von ihrem Handy darüber hören. Dann wird es sozusagen zum Kopfhörer, nur wesentlich unauffälliger wie die Dinger der ganzen jungen Leute.“

„Wissen sie was? Ich denke mal darüber nach. Versprochen.“

Nur zwei Tage später ist der Mann wieder im Laden – dieses Mal ohne Tochter – und bestellt sein Hörgerät, ein ziemlich cooles Ding.

Das war das Konzept HEAR von Intervideo. Und bald stellen wir hier im Block die nächste, interessante Idee vor!

Über den Autor: Mathias Schwaben

Marketing-Experte bei Intervideo mit über 30 Jahren Berufserfahrung. Noch länger ist er allerdings Gaming-, Rock- und natürlich Film-Fan – mit einer besonderen Bewunderung für Tim Burton und Guillermo del Toro.

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